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Dänemark ist keine Reha-Klinik für deutschen Politik-Frust.

4. Mai
2 Min. Lesezeit

Die Anfragen häufen sich, wie zuletzt zu Corona Zeiten, aber oft spüre ich keinen echten Wunsch nach Dänemark, sondern nur einen politischen Fluchtreflex. 

Man will weg vom System. Aber wer nur wegrennt, vergisst den Realitätscheck im Zielland.

Die „Wanderbaustellen“ und der fehlende Respekt.


Das größte Problem ist aber die Einstellung, die viele im Koffer mitbringen. Wer aus purem Frust kommt, bleibt mental oft auf gepackten Koffern sitzen.


Wir kennen das aus der Geschichte.

Nach dem Anwerbeabkommen 1961 kamen viele Menschen aus der Türkei nach Deutschland. Weil man dachte, man sei nur kurz hier, wurde oft nicht in Sprache oder Integration investiert. Der Aufprall war hart und es war der Anfang von Parallel Gesellschaften.

Heute sehe ich das bei den „Politik-Flüchtlingen“. Sie kommen mit der Erwartung auf etwas besseres, nehmen Kredite auf, kaufen Häuser und binden Ressourcen – vom Handwerk bis zur Bank. 


Aber wer die Sprache nicht lernt und innerlich im deutschen Frust verhaftet bleibt, zieht nach zwei Jahren enttäuscht weiter.

Das ist nicht nur bitter für die Auswanderer selbst, sondern auch respektlos gegenüber Dänemark. Dänemark investiert in die Integration, die Nachbarn heißen willkommen, das System öffnet sich und manche nutzen es nur als Notausgang, ohne wirklich dazugehören zu wollen.

Dieses Szenario kann man auf viele weitere Zielländer legen.


Es sind Arbeiter, Akademiker, Fachkräfte und wohlhabende Menschen, also genau die Schichten, die man eigentlich als das Rückgrat der Gesellschaft bezeichnet.

Doch Wohlstand schützt nicht vor der ‚Frust-Falle‘.


Im Gegenteil: Wer viel zu verlieren hat, neigt bei politischer Unzufriedenheit eher zu Kurzschlusshandlungen.

In meiner Verantwortung als Beraterin für Auswanderer sehe ich es als meine Pflicht, hier Klarheit zu schaffen – auch wenn sie unbequem ist. Es bewahrt zum jetzigen Zeitpunkt nicht nur das System vor Fehl-Integrationen, sondern schützt persönlich vor Jahren Frust und einem geplatzten Bankkonto.


Aber: Wenn das Herz „Ja“ sagt ...

Doch wenn man nicht nur weg von Deutschland, sondern hin nach Dänemark will, wenn das dänische Lebensgefühl, das Fællesskab und die nordische Mentalität wirklich gesucht wird, dann ist dieses Land ein wundervoller Ort.

Wer die rosarote Brille absetzt und bereit ist, mit beiden Beinen in der dänischen Realität anzukommen, den erwartet ein Lebensmodell, das auf Vertrauen und Lebensqualität basiert. Wenn das das Ziel ist, dann baust man hier kein Kartenhaus, sondern ein echtes Zuhause. Und genau dabei unterstütze ich von Herzen gerne.



1 Kommentar


ordcap.de
ordcap.de
12. Aug.

Den Punkt mit der Respektlosigkeit gegenüber Dänemark (oder jedem anderen Auswanderland) finde ich extrem gut und wichtig. Eine Reihe ganz ähnlicher SoMe-Beiträge habe ich gerade am Start, weil mir dort verstärkt auffällt, wie oberflächlich und naiv manche Auswanderideen à la "Da ist es schöner als hier, Punkt" sind. Das kann ja nichts werden. Probleme nimmt man normalerweise mit, die haben dann nur vielleicht eine hübschere Kulisse. Auswanderbegleiter, die sich weigern, den Leuten die rosa Brille abzunehmen, halte ich für nicht seriös, darum kläre ich gern auf und freue mich, wenn es andere auch tun. Vielen Dank für den Artikel! Liebe Grüße Catharina von ordcap.de

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